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Local Heroes Bundesfinale 2010, Factory Magdeburg, 06.11.2010

Samstag 06 November 2010 at 11:59 pm.

So muss es sich anfühlen, wenn man als angesagte Band auf Tour ist aber noch keinen Nightliner besitzt. Nach 4 Stunden Halbschlaf (die Mate hielt zumindest mich größtenteils wach) ertönt das angstbringende Geräusch des Weckers. 7:30 Uhr. Fit ist was anderes.
Auf auf zum Local Heroes Bundesfinale 2010 in die Factory nach Magdeburg!!!
Treffpunkt war an meiner alten WG, unglaublicherweise trafen allemann pünktlich am Abfahrtsort ein. Und wenn man morgens halt noch nicht so wach ist, dann macht man Frühsport. Der bestand in unserem Fall dann erstmal darin, mein komplettes Drumset in die eine Wohnung zu räumen. In Magdeburg wurde die Backline nämlich aus Zeitgründen komplett gestellt. Also alles in die 2. Etage schleppen, um dort festzustellen, dass die Tür schon ins Schloss gefallen war. Und wir kein Schlüssel. Da half nur die Klingel, haben Charly wohl aus dem Schlaf geholt wie es aussah. Tschuldige!
Abfahrt Richtung Berlin, dort an der A10 noch einen Kumpel abgeholt und weiter nach Magdeburg. Zumindest für mich war es das erste Mal in dieser Stadt! Schöner Osten, wa. Es schlug uns eine Skyline von Blöcken entgegen. Aber das Bild kennt man ja auch von Rostocks Nordwesten.
Vom Veranstalter hieß es, dass die Anreise bis 12:45 Uhr zu erfolgen hatte, wenn man bei der Verlosung um die Showzeiten mit beachtet werden wollte. Und das hatten wir vor!Wir kamen also kurz nach 12 Höhe Ortseingang an und musste erstmal tanken. Die Strecke von HRO war doch länger als gedacht. Dann nochmal alle Pinkeln. Dann Rauchbefriedigung. Dann Weiterfahrt. Dann Verfahren. Dann Umdrehen. Dann Stillstand vor dem Eingang zur Location. Google Maps hatte uns auf die falsche Seite geschickt. Dann alle Einbahnstraßen zurück und von der anderen Seite ran. Schnell parken. Aussteigen. Und schon wurden wir an der FACTORY empfangen.
Es war Punkt 12:44 Uhr! NOEMA is a just in time band.
Es gab Parkzettel für die Autos und dann wurde wir ins Produktionsbüro geleitet. Insgesamt waren wir mit 8 statt der angegebenen 6 Personen angereist. Aber es standen leider nur die vereinbarten 6 Artist-Bändchen zur Verfügung.
Die Produktionscrew hatte uns im Vorfeld 100 Eintrittstickets geschickt. Jedes Ticket sollte man an seine Fans für 8€ verkaufen. 7€ musste man dann an die Veranstalter abgeben. Oder aber die VVK-Tickets wieder aushändigen. Wir fühlten uns ziemlich mies, als wir denen dann mitteilten, wir hätten nur 10 Tickets verkauft. Was will man denn erwarten?
Naja, es gab auch 2 Bands die hatten nochmal VVK-Tix nachbestellt und shuttelten ihre Fans mit Bussen ran. Aber dazu muss man sagen, dass die auch aus Sachsen-Anhalt kamen und somit direkt im Bundesland des Contests agierten. Ist bei uns schon ein Unterschied 4 Stunden Anfahrt zu haben. Schade nur, dass die Bands mit dem meißten VVK in zweierlei Hinsicht bevorteilt waren:
a) Die top VVK-Bands durften sich vor allen anderen ihre Showtime aussuchen!!!b) Die Wertung an diesem Abend setzte sich nur aus 60% Jury und aber aus 40% Publikum zusammen!
Wir scherten uns nicht darum. Was soll man sich da aufregen. Letztendlich macht man das alles ja freiwillig. Und ein nicht-kommerziellen Aspekt hatte der Contest wohl auch. Obwohl die Startzeit der Bands und damit der optimalste Showzeitpunkt käuflich war...
Wir waren trotz unserer zeitoptimalen Ankunft bei weitem nicht die letzte Anreiseband. Nach uns kamen noch ein paar. Den größten Delay hatten die Berliner, die ja eigentlich ziemlich nah dran wohnten. The Love Bülow heißt die Band und ein bekanntes Gesicht war vertreten: Golo, ehemals Drummer in der Rostocker Formation Passadeena, saß an den Drums. Wir begrüßten uns und schon kam die Erklärung für ihre Verspätung: Golos Freundin blieb 45 Minuten im Fahrstuhl ihres Proberaums stecken und musste von nem Techniker befreit werden. Das nenn ich mal ne Ausrede ;)…
Die Location war der Hammer. Also ich mein, die Stadthalle Ende 2009 bei Silbermond war natürlich noch viel umwerfender. Aber was hier in der Factory aufgefahren wurde, konnte sich auf jeden sehen lassen! Von der Dimension her ungefähr der Großen Freiheit 36 ähnlich fiel der Blick auf die schön gestaltete Bühne, mit Hintergrundaufstellern und Moving Heads und Lichtsäulen hinter der Band. Dann stand eine wunderbare Backline auf der Stage. Fast alles vom Feinsten. Es gab Sidefills was dem Bühnensound den entscheidenden Vorteil bringt. Und einen externen Monitormixer. Alles vom Feinsten.
Das ist doch schonmal die halbe Miete wenn du dich als Band auf die Bühne freust und soundmäßig ein gutes Feeling bekommst. Es ist einfach überaus wichtig für eine hi-fi Band wie uns, dass der Druck da ist und wir uns selbst auch gut fühlen.
Es war soweit: die Auslosung begann. Was soll man da groß rumlabern: wir haben natürlich zu wenig Tickets verkauft und verschwanden im Lostopf. Von den 14 Bands konnten sich 6 oder 7 ihre Showtime aussuchen. Die schnappten sich natürlich alle die Plätze 7-11. Das waren die begehrtesten. Das Los legte uns auf Platz 13. Das hieß 00:00 Uhr!!! Jetzt war es gerade mal 14:30 Uhr!
Da wir erstmal nichts zu tun hatten - Soundcheck bekam nur die erste Band, Load-In war erst direkt vor dem jeweiligen Time-Slot - fuhren wir zum Hotel. In der Nähe des Flughafens gelegen, fanden wir unsere Schlafmöglichkeit: Ein Hotel ohne Personal! Alles lief über Türcodes und CheckIn-Terminals ab. State Of The Art im Osten ^^
Aber die Zimmer waren nicht so besonders. Doch besser als nichts, allemal!
Die Band teilte sich. Die einen chillten im Hotel und waren ziemlich früh wieder an der Location. Wir für unseren Teil fuhren in die City, nen Kumpel besuchen und den wenigen Schlaf versuchen nachzuholen in gemütlicher Athmosphäre. Es ging auf 18 Uhr zu und in der Factory begann die erste Band. Wir hatten vorher noch erfahren, dass es einen Live-Stream geben sollte. Über den Offenen Kanal gelang der komplette Abend mit Sound & Bild ins Netz. Feine Sache das! Es spielte also jeweils immer eine Wertungsband, die mit 3-4 Kameras aufgenommen wurde, in den Umbaupausen auf der Mainstage wurde dann zur Moderation in ein Studio des Offenen Kanals Magdeburg geschaltet wo in bester MTV-Manier getratscht wurde und auch Infos über die Bands publiziert wurden. Dann wurde wieder in die Factory geschaltet, wo auf der kleinen seitlichen Unplugged-Bühne 5 Unplugged-Bands um die Gunst des geneigten Publikums buhlten. Danach ging es auf der Mainstage weiter. Sehr cooles Konzept. Das funktionierte nahezu reibungslos. Wir chillten also in der Stadt und konnten die andern Bands verfolgen, ohne im verrauchten Backstage rumhängen zu müssen. So vergingen die Stunden.
Ab 22 Uhr waren wir wieder allesamt in der Location vor Ort. Leider hatte es bei unserem Merchandise-Stand Probleme gegeben, so dass wir nichts aufbauten. Wir hatten sowieso die Info bekommen, dass da nichts über den Tisch ging. Draußen war es arschkalt geworden, wir begannen trotzdem unsere Vorbereitungen. Nachdem die Vorgänger-Band auf die Stage gegangen war, luden wir unser Zeug in den Bühnenvorraum um im Anschluss zügig aufbauen zu können. Wir dachten fast wir wären an der Reihe denn die Zeit ging gegen Mitternacht, da bemerkten wir eine weitere Band die sich auch fertig machten. Heraus kam, dass es einen zeitlichen Verzug von 30 Minuten gab und wir demnach erst 00:30 Uhr spielen sollten. Warum auch nicht…24 Stunden früher war Showtime auf der Stunitz gewesen. Naja, nicht weiter schlimm.
Oder doch? Was nämlich das Blöde an der Verzögerung war: die Unplugged Bands waren durch. In unserer Umbaupause, die dann stattfand war in dem Saal Totenstille. Keine Unpluggedband. Keine Moderation aus dem Studio, die gab es ja nur im Stream. Keine Konservenmucke. Nichts! Kam von der Athmosphäre her ziemlich scheiße! Das Publikum kommt total runter. Starrt einen beim Aufbau an. Wird ungeduldig. Das war ein ganz klarer Organisationsfehler!
Irgendwann kommt dann der Typ, der alle Anmoderationen kurz vor den Bands auf der Bühne gemacht hatte, auf selbige gesprungen. Und fängt an zu labern. Bringt seine Sätze nicht zu Ende. Wirkt irgendwie komplett neben sich. Natürlich, der hatte ein Marathon hinter sich. Aber dann hätte ich an seiner Stelle die Finger von dieser oder jeniger Substanz gelassen, wenn ich die 2 Letzten Wertungsbands auch noch adäquat und gleichberechtigt gut anmoderieren will. Das was er da ablieferte ging gar nicht!!!
Naja, weiter im Konzept. Wir liefen auf die Bühne.
Hallo, wir sind NOEMA!
Die Leute feierten und feixten über Josephs von Kussmündern übersähten Oberkörper.
Wir bretterten los, ohne Soundcheck. Ich für meinen Teil war die ersten 4 Minuten nur mit Monitor-Nachregeln beschäftigt.
Dann hatten wirs. Was ein Sound! Ich fühlte mich pudelwohl, hörte die anderen sehr gut, hatte die Leute im Blick und die Trommeln klangen super.
Peter hatte mit dem Gesang zu kämpfen, irgendwas war da los…und Martin hörte seine Gitarre nicht. Da ging gerad einiges schief. Aber durch Nachregeln wurde es besser.
Die Leute hatten Spaß. Leider war es erwartungsgemäß nicht mehr brechend voll vor der Stage. Von den 800 Gästen standen da vielleicht noch 500. Aber die sparten nicht mit Applaus, obwohl sie schon äußerst müde erschienen. Was willst du erwarten? Vor uns waren ganz einfach schon 12 Bands über die Bühne gescheucht worden. Zusätzlich 5 Unplugged-Bands. Wir waren also Start Nummer 18 an diesem Abend. Hatte was von Massenabfertigung. Da erreichst du kaum noch einen. Die Ohren sind chronisch überlastet. Leider :-(
Doch unsere Gesangstest im 2. Song „Sag Nur Ein Wort“ lockte viele Stimmen hervor. Es fing an Spaß zu machen, als die Menge mitklatschte und Feedback kam! Wir waren drin. Wurde auch Zeit, denn es waren ja nur 20 Minuten Set veranschlagt. Song Nummer 3 des Abends: Unsere 2010’er Single „Einsicht“. Hier hatten wir was ganz besonderes vorbereitet. Wir hatten mit solch einem schlechte Startplatz gerechnet. Irgendwas mussten wir reißen, damit wir in der Masse der Bands nicht untergehen. Wir schmuggelten 2 große Kartons mit auf die Bühne und platzierten sie hinter den Boxen, so dass niemand was erkennen konnte. Besonders die Bühnenverantwortlichen sollten nichts entdecken.
Es war soweit. Am Ende von Einsicht gingen wir in den Rhythmus-Part und zogen den sehr trashig in die Länge. Unser Bassist lief in die Ecke und wuselte hinter den Boxe rum. Was noch keiner sehen konnte, nahm seinen Lauf. Ich dachte schon er kriegt das Teil nie zum Laufen. Er zerrte und zerrte. Endlich sprang der kleine Zweitakter an. Nichts war von alledem zu hören, die Instrumente überlagerten alles. Joseph sah martialisch aus. Den Bass auf den Rücken geschnallt, in der einen Hand dieser riesige Karton, in der anderen dieser knatternde Laubsauger. Mit einem Mal drehte er sich um, lieg an den vordersten Bühnenrand Richtung Publikum und gab die Szenerie den Blicken preis. Karton auf, Laubsauger umgekehrt reingesteckt und das Spiel nahm seinen Lauf. In einer WILD SPRÜHENDEN FONTÄNE schoss ein Strahl aus Styropor-Kugeln in die Luft. Joseph nutze die gesamte Bühnenbreite, der Karton rutschte über die Stage, während er in den gesamten Raum zielte. DAS war Aufmerksamkeit. Ein Johlen ging durchs Publikum, wir steigerten unseren Instrumentalrhythmus, die Blitzlichter der herbeistürmenden Fotografen zuckten und auch die Kameramänner liefen hektisch zu Joseph um das Bild ihres Abends zu filmen ;)
Ein wahnsinngies Bild von oben. Gleich im nächsten Song „Chloroform“ hatten sich die ersten Reihen vom Styro-Schnee befreit und fingen an, das Zeug vom Boden wieder aufzusammeln und in die Luft zu schmeißen. Die Leute hatten jedenfalls ihren Spaß! Ein Blick zum Monitor-Mixer offenbarte miese Laune. Der zuständige Techniker hatte sich keine Mühe gemacht, seinen Missmut per Gesichtszügen kundzutun. Aber die Bühne blieb doch extra verschont, da hat Joseph extra drauf aufgepasst. Und den Bodenreiniger musste der Techniker doch eigentlich auch nicht geben oder doch?! Jedenfalls hatten die Leute und auch wir unseren Spaß, wir sind schon sehr gespannt auf die DVD die von allen Bands angefertigt wurde.
Das wars auch schon. Der letzte Song - unsere Diskonummer - stand auf der Setliste und wir spielten was das Zeug gab. Es war der beste Song des Abends und wir bekamen super Feedback vor der Bühne. Es wurde ein kurzer Abschied, die nächste und letzte Band wollte ja auch noch auf die Bühne. Mittlerweile war es 1 Uhr.
Das Warten auf die Juryentscheidung begann. Um es kurz zu machen: wir schafften es nicht auf die ersten 3 Plätze. Schade das! Die Berliner gewannen und freuten sich wie Bolle. Unser Glückwunsch geht an Golo und seine Band. Vertretet Deutschland würdig im Europafinale! Dann mit Nightliner, der uns die Nacht so gefehlt hatte. Man kann nicht alles haben ;)
Ab ins Hotel, kurze After Show Party auf nem fremden Bandzimmer und sogleich ab in die Koje. Sonntag erwartete uns die Autobahn und zu Hause die Couch, um erstmal wieder zur Ruhe zu kommen. Danke an alle vor unserer Bühne!

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