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Rezensionen

Meinungen über Releases

Dienstag 23 Juni 2009 at 12:17 am.

22.06.2009: motor.de Meinung zum Album Pheromono
Nachdem Noema im letzten Jahr drei neue Songs veröffentlichten, folgt nun ihr neues Album „Pheromono“, inklusive der bereits bekannten Stücke. Trotz einiger krankheitsbedingter Startschwierigkeiten wurde „Pheromono“ Anfang des Jahre in nur neuen Tagen in den Berliner Lakesidestudios aufgenommen. Produzent Dirk Burke arbeitete an gleicher Stelle bereits mit KnorkatorIn Extremo sowie Mariannenplatz und zumindest musikalisch ist der Vergleich mit letzteren nicht ganz abwegig. Dabei erinnert der Gesang von Peter Gierke vor allen Dingen bei „Chloroform“ an die inzwischen aufgelösten Hund und Am Strand und so bleibt zu hoffen, dass Noema den Hits der Berlinern nacheifern, sich deren Auflösung aber hoffentlich nicht sobald zum Vorbild nehmen. Die alten Stücke funktionieren übrigens bestens im Albumkontext, denn Noema bewegen sich musikalisch noch immer zwischen seichtem Indiepop und schweren Stoner-Einflüssen. Wer sich davon selbst und live überzeugen möchte kann die drei Jungs von der Oststee am 25. Juli beim Kultsemester Open Air in Rostock bestaunen.

19.06.2009: Boddenblitz Vorstellung des Albums Pheromono
Die CD hat schon vor einigen Wochen das Licht der Welt erblickt, erlebt aber an diesem Wochenende in Rostock ihre "Geburtstags-Party" und sollt der Band genügend Treibstoff geben, endlich richtig durchzustarten. Die Prerower Band hat es jedenfalls richtig in sich. Nicht nur musikalisch, sondern auch vom handwerklichen Standpunkt was in den Live-Konzerten spürbar ist. Nichts ist zufällig, auch wenn es manchmal so scheint. Die Platte besticht durch einen gut dosierten Sound, verständlichen Text, sparsame Instrumentierung. Und auch ein eigenes Profil wird deutlich. DeutschProgRock in verschiedenster launiger Spielart, was leicht verdaulich, abwechslungsreich und hörbar ist. Die Musiker Gierke, Schultz und Schmidtbauer überzeugen und bringen Feeling ein. Auch nach mehrmaligem Hören kommt keine Langeweile auf. "Schall und Rauch" hat Weisheit, "Summertime" ist Happy-Music und "Das ist ein Song" beweist sich von selbst. Noch etwas? Ach ja - sollte man unbedingt haben den Silberling und gibt es beim Label Motor Music (Berlin) in allen bekannten Musik-Downloadportalen, sowie unter www.noema-band.de

Mai 2009: musikansich.de Review zum Album Pheromono
Stoned IndiePopRock Band, so nennen sich Noema aus dem idyllischen Ostseebad Prerow. Seit 2002 gibt es die Band, seitdem hat sie zahlreiche Auftritte in MeckPomm absolviert, aber auch bei einigen Contests Erfahrungen gesammelt (etwa beim Rock am Ring-Vorentscheid. Gründe genug jedenfalls, nach der digital erhältlichen ersten Single "Nacht in L.A."auch ein erstes Album auf den Markt zu werfen: Pheromono.
Was beim Hören des Albums auffällt ist die große Bandbreite der Band. "Indie" würde ich das nun nicht nennen, statt dessen scheint mir eher poppiger Deutschrock das Gros auszumachen - aber wer will schon über musikalische Schubladen streiten, wenn dabei eingängige und gute Songs rauskommen?!
Der Opener "Schall + Rauch" ist zwar noch nicht der Hammer, sondern plätschert eher etwas dahin, ist aber sehr eingängig und kommt vor allem mit einer guten und authentisch klingenden Geschichte daher. "Die Texte haben immer einen persönlichen Bezug", sagt Sänger Peter dazu. "Ich behandele in meinen Texten fast immer Themen, die mich betreffen, bewegen oder berühren. Der autobiographische Bezug ist also durchaus auch mal da. Der erste Song handelt von dem Problem, dass sich oftmals Freundschaften und Beziehungen verlaufen. Das passiert unter den verschiedensten Umständen. Leute ziehen z.B. weg und man fragt sich, wie es denn jetzt weiter geht. Und letztendlich merkt man meist, dass es gar nicht so schlimm ist und dass man sich entweder trotzdem noch sieht oder vergisst." Das ist das, was ich mit "authentische Geschichte" meine, und Noema erzählen sie auch so.
"Nacht in L.A." ist dagegen nicht umsonst die erste Single der Band gewesen, denn mit der Mischung aus Synths, dem - im Vergleich zum Opener - "mehr" an Gitarren und dem gelungenen Kinderchorus der Freien Grundschule Prerow ist der Song ein echter Hammer. Der Titel selber lehnt sich, so wiederum Peter Gierke, an einen Trend aus der us-amerikanischen Indieszene Ende der 80er an, einem Song einen Namen zu geben, der eigentlich nichts mit dem Song zu tun hat. "Mir gefiel aber auch die Idee, dass die Leute sich hinsetzen und überlegen warum der Titel so heißt. Sie setzen sich nochmal bewusst mit dem Song auseinander. Den Titel bekam der Song bei einem Live-Auftritt. Wir wollten den Song spielen und hatten aber noch keinen Namen. Direkt bei der Ansage des Songs kam mir die spontane Idee (und das ist schon erstaunlich, ich bin nämlich überhaupt nicht spontan) ihn "Nacht in L.A." zu nennen." Wie auch immer: Toller Song!
Daneben können Noema aber auch noch viele weitere Facetten verarbeiten: Tolle Livesongs wie "Sag nur ein Wort" mit großem Mitgrölcharakter - der auf Platte allerdings ein wenig untergeht; mit "Summertime" einen Song, der beatlespoppig daherkommt; und mit "Ich bin da" eine klassische Ballade für den Sohn von Peter. Wieder O-Ton: "Der Song ist lyrisch sicher keine Glanzleistung aber trotzdem ist er für mich unheimlich intensiv. Ich habe mich auch beim Einsingen sehr schwer getan, weil der Text sehr offensichtlich und intim ist. Da steh ich eigentlich nicht so drauf. Auch sollten die Arrangements ursprünglich viel pompöser sein. Wir hatten an sphärische Feedbacks und Klaviere angedacht. Im Studio haben wir dann ewig rumexperimentiert und festgestellt, dass die Wirkung eigentlich viel besser ist, wenn der Song möglichst spartanisch und abgespeckt daher kommt." Stimmt...
Herausragend ist sicherlich auch noch der vorletzte Track, "Die Geschichte mit dem Herzblut", der sehr präzise, monoton und bedrohlich klingt.
Leider - so sieht es zumindest im Moment aus - werden Noema ihre Platte Pheromono live nicht besonders weit im Süden der Republik spielen, denn live haben die Sogs sicherlich noch einmal eine andere Wirkung. Aber auch so ist die Platte für alle, die intelligenten, poppig-eingängigen Rock und gute Texte mögen mehr als empfehlenswert!

20.03.2008: motor.de Meinung zur Maxi-CD Eine Nacht in L.A.
Mecklenburg-Vorpommern ist für vieles bekannt. Das Meer vor der Haustür, tolle Landhäuschen, die 2007er Prägung des Schweriner Schlosses auf der 2-Euro-Münze. Weniger bekannt jedoch sind die vielen kleinen Bands, die sich langsam aber sicher auf den Weg nach oben und durch die Republik begeben. So auch Noema, die sich zwar schon im Herbst 2002 zusammengefunden haben, aber erst seit 2007 richtig entdeckt, gehört, gesehen und bewundert worden sind. Nun endlich sind sie mit drei neuen Liedern im Seesack unterwegs und auch fleißig dabei, eben jene Stücke an den Mann zu bringen.
Das Schöne daran: Peter, Joseph und Phil bleiben dabei ihrer musikalischen Orientierung am Stoner-Indie-Rock treu und überzeugen wieder mit aussagekräftigen Texten und deftiger instrumentalistischer Unterstützung. „Summertime“, „Nacht in L.A.“ und „Perpetuum Mobile“ nennen sich die drei frischen Tonkünste, die gute Stimmung in den Kopf pflanzen, während der Ostseecharme des Trios deutlich durch die Klangstrukturen schimmert und man sich spätestens nach dem zweiten Mal Anhören beim Mitpfeifen erwischt.

21.09.2007: motor.de Meinung zur EP Noema
Noema (griech. das Gedachte, Entschluss, Gesinnung, Erkenntnis- oder Denkinhalt) ist eine musikalisch-rhetorische Figur, die einen homophonen Abschnitt in einer polyphonen Komposition bezeichnet. Soweit unser Bildungsauftrag, denn Noema sind auch drei junge Musiker, deren beiden Gründungsmitglieder Peter Gierke (Gesang) und Joseph Schultz (Bass) die sich eines späten Abends im Jahre 2002 in der lokalen Trinkwirtschaft über den Weg liefen und im halbgaren Gemütszustand beschlossen, fortan zusammen zu musizieren.
Und weil im Wein die sprichwörtliche Wahrheit liegt, trafen sich die beiden tatsächlich und kehrten schon kurze Zeit später an ihre damaligen Treffpunkt zurück, um erste Coverversionen vor Publikum zu präsentieren. Neu interpretiert wurden schon damals Grunge-Klassiker und damit war die Richtung klar. Fehlte also nur ein dritter Mann, und weil im Telefonbuch ihrer Heimatstadt Prerow nur zwei Schlagzeuger standen, wurde Phil per Ausschlussverfahren hinter die Felle berufen.
Seitdem servieren sie als Noema schwere Melodien und drückendenden Gitarren - keine leichte Kost für zartbesaitete Indieherzchen. Vielleicht ist ihr „Stoned Indie-Pop-Rock“ ein Resultat des rauen Ostseeklimas, auf die Inhalte der Stücke hat das keinen Einfluss und das gilt nicht nur für ihre Motivationshymne "Gib Nicht Auf".